Cuora flavomarginata (GRAY, 1863)
Bei der Gelbrand-Scharnierschildkröte handelt es sich
um eine
Sumpfschildkröte.
Sie wird aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes als
gefährdete Schildkrötenart eingestuft.
Beschreibung:
Der Carapax ist dunkelbraun bis fast schwarz. Ein deutlich
ausgeprägter gelber Mittelkiel über den Carapax ist
vorhanden. Die Kopffarbe ist gelb-orange mit gelben Streifen in
Augenhöhe Richtung Hals verlaufend. Auch die Beine sind
dunkelbraun bis schwarz. An den Hinterfüßen befinden sich
vier, an den Vorderfüßen fünf Zehen
Sie werden ca. 15 cm groß, in Ausnahmefällen bis max. 18 cm.
Die Gelbrand-Scharnierschildkröte gehört, wie der Name schon
sagt, zu den Scharnierschildkröten, d.h. sie können sich
vollständig in den Panzer einziehen und dank ihres Scharniers am
Plastron "dicht machen". Das passiert in Gefangenschaft nur, wenn sie
sich stark erschrecken.
Vorkommen:
Süd-China, Taiwan, Formosa.
Lebensraum:
Teiche und überschwemmte Reisfelder in mittlerer Höhenlage,
Feucht- und Sumpfgebiete mit flachen Wasserlachen.
Haltung:
Die 3 Weibchen sind von den Männchen getrennt in einem
100x80x40cm großen Terrarium untergebracht. Als Bodensubstrat
verwende ich ein 10 cm hohes Walderde/Gartenerde-Gemisch. Die Männchen
leben separiert in einem 100x40cm großen Terrarium (Trennung ist unbedingt
notwendig für den Zuchterfolg)
Die Tiere mögen Feuchtigkeit, weshalb die Erde stellenweise feucht
gehalten wird, in die sie sich gerne eingraben. Das Terrarium wird
tagsüber mit einer HQL-Lampe auf ca. 28-32°C beheizt, nachts
sinkt die Temperatur auf 20-22°C.
Sie fressen nahezu alles was ihnen angeboten wird. Dazu gehören
Früchte: Kiwi, Erdbeere, Kirsche, Tomate, Apfel, Birne, Banane...
Fleischliche Nahrung: Fisch, sehr gerne Schnecken und Regenwürmer,
Heuschrecken, getrocknete Krebse, Insekten...!
Von Juni bis August sind sie in einem Freigehege untergebracht.
Sepiaschalen:
Wie auf dem Foto gut zu erkennen ist, fressen meine
Scharnierschildkröten regelmäßig ein paar
Bröckchen der Sepiaschale, die immer angeboten wird.
Winterruhe:
Von Ende November bis Ende Januar überwintere ich die
Tiere im Keller bei schwankenden Temperaturen von 12-15 Grad. Dazu wird
2-3 Wochen vorher die Beleuchtungsdauer nach und auf ein Minimum reduziert und schließlich ganz abgeschaltet. Die Überwinterung ist laut Herbert Becker ein wichtiger Bestandteil für die erfolgreiche Zucht.
Paarung und
Eiablage:(von Herbert Becker)
Etwa vier Wochen nach der Winterruhe konnte ich erstmals Balz-
und Paarungsverhalten bei dem zuerst erworbenen Paar beobachten. Dabei
näherte sich das Männchen mit stark nickenden Kopfbewegungen
dem Weibchen frontal, schob seinen Kopf und anschleißend den
ganzen Körper unter das Weibchen, dass sich passiv verhielt
(LORENZ 1985). Dieses Balzverhalten konnte ich sowohl an Land als auch
im Wasser beobachten, während Paarungen nur im Wasser stattfanden.
Leider kam es in diesem Jahr zu keiner Eiablage.
Nach der Winterruhe 1991/1992 bemerkte ich wiederum im Februar und
März Balz- und Paarungsaktivitäten bei diesem Paar. Eine
deutliche Gewichtszunahme des Weibchens deutete auf eine Eibildung hin.
Deshalb entschloss ich mich, das weibliche Tier abzutasten und konnte
deutlich in der Hinterbeingrube zwei Eier palpieren. Daraufhin
kontrollierte ich das Tier täglich. Am 28.03.1992 stellte ich bei
einer Kontrolle fest, dass es die Eier abgelegt haben musste. Es hatte
sie zwischen zwei Sandsteinplatten im Sand abgesetzt, wobei anscheinend
ein Ei zerdrückt wurde. Das zweite Ei, hartschalig, oval und 46 mm
lang, wurde in feuchtes Vermiculit gebettet und bei 28°C +/-
0,5°C im Brutschrank gezeitigt.
Nach vier Wochen konnte ich bei der Durchleuchtung der Eier
feststellen, dass sich der Dotter deutlich abgesetzt hatte. Eine
Entwicklung war nicht zu erkennen und das Ei wurde verworfen.
Nach der Winterruhe 1992/1993 gestaltete ich die Einrichtung des
Landteils um. Durch die Schaffung einer Legegrube wollte ich ein
unbeabsichtigtes Zerstören der Eier verhindern. Erstmals wurde
auch das zweite Weibchen bei der balz des Männchens
berücksichtigt. am 26.04.1993 fand ich zwei ovale, 43 mm und 45 mm
große hartschalige Eier des ersten Weibchens, die ich in feuchtes
Vermiculit überführte und im selbstgebauten Brutkasten bei
28°C +/- 0,5°C inkubierte (BECKER 1995a). Am 03.05.1993 fand
ich an der gleichen Stelle in der Legegrube zwei Eier des zweiten
Weibchens, je 44 mm groß. Ein zweites Gelege des ersten Weibchens
am 27.05.1993 bestand nur aus einem Ei, das allerdings mit 35 mm
deutlich kleiner war als die Eier der anderen Gelege. Dieses Ei
entwickelte sich nicht und wurde nach vier Wochen verworfen. Bei einer
routinemäßigen Kontrolle nach circa einer Woche konnte ich
bei je einem Ei der Gelege 1 und 2 eine deutliche Bänderung
feststellen, während sich die übrigen nicht entwickelt hatten.
Text ab "Winterruhe" von Herbert Becker (Homepage).
Keine unerlaubte Vervielfältigung oder Veröffentlichung!
Anmerkung von Florian Böttger:
An folgender Klimatabelle aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet
von Cuora flavomarginata ist zu erkennen, dass die Temperaturen in den
Wintermonaten deutlich abfallen (bis 13,6 Grad). Daher sollte man auch
im Terrarium eine kühlere Phase von ca. 2 Monaten bei 13-15 Grad
nachstellen. 
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